Stefan Waghubinger ist Österreicher, lebt aber seit mehr als 30 Jahren in Deutschland. Deshalb betreibt er österreichisches Nörgeln inzwischen mit deutscher Gründlichkeit.
Stefan wird im oberösterreichischen Steyr geboren, am ersten Oktober 1966. An diesem Tag feiert er noch heute seinen Geburtstag. Weil Steyr nicht klein genug ist, wächst er in dem Dorf Leonstein auf. Seine Eltern haben eine Betonwarenerzeugung, ein nicht nur sprichwörtlich hartes Brot. Sie machen Ziegel aus Zement und später Insolvenz.
Erste Sprechrolle als Josef im Weihnachtsstück der Leonsteiner Grundschule. Weil er dabei dem hellen Stern in die falschen Richtung folgt und die Darstellerin der Maria ihn so stark am Mantel zieht, dass er hinfällt, gibt es die ersten Lacher und Szenenapplaus.
Erster Auftritt als Kabarettist beim Katholischen Jugendball in Leonstein. Ein großer Erfolg. Gleich anschließend macht Stefan eine kurze kabarettistische Pause von etwa 20 Jahren.
Als es noch mehr Gott gab als heute, fährt Stefan mit der Eisenbahn nach Deutschland, um Theologie zu studieren. Geblieben ist er trotzdem.
Umzug nach Korntal bei Stuttgart. Irgendwo muss man ja gemeldet sein, um seine Steuererklärung abgeben zu können.
Seit diesem Jahr schreibt er Kinderbücher, Cartoons und selten Postkarten aus dem Urlaub.
Stefan wird Theaterpädagoge, weil man auch mal was Ernsthaftes lernen muss.
Zweiter Versuch als Kabarettist, erstes eigenes Programm: „Langsam werd ich ungemütlich“. Dabei tut er so, als wäre er früher gemütlich gewesen, dabei war er nur langsam. Zahlreiche Preise und über 1500 Auftritte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Folge.
„Langsam werd' ich ungemütlich“ erscheint als Buch mit dem Untertitel „Philosophische Betrachtungen über den Unsinn des Lebens“. Darin verrät Stefan die Hintergedanken zu seinem Programm.
Da er wegen der vielen Auftritte und einem Hang zum Aufschieben nicht mehr in der Lage ist, seine Steuererklärung pünktlich abzugeben, macht Stefan diese auf der Bühne – im Rahmen seines zweiten Programms „Außergewöhnliche Belastungen“.
„Jetzt hätten die guten Tage kommen können“. Mit seinem dritten Soloprogramm hat es Stefan endlich ganz nach oben geschafft. Auf dem Dachboden seiner Eltern findet er den, der er mal war, den, der er mal werden wollte und den, der er ist. Es wird also eng zwischen zerbrechlichen Wünschen und zerbrochenen Blumentöpfen. Zumal da noch die Führer der großen Weltreligionen und ein Eichhörnchen auftauchen.
Stefan rüttelt an Türen, begegnet Plüschelefanten, schießt auf Rasenroboter und ist endlich mal ein Gewinner – beim Monopoly gegen sich selbst. „Ich sag's jetzt nur zu Ihnen“ ist sein viertes Soloprogramm. Die Kleine Zeitung aus Österreich meint: „Sarkasmus in die Vollen. Weltklasse“ und die Stuttgarter Zeitung schreibt: „Es ist ein großartiges Programm. Es wird Stefan Waghubinger zu einem besonderen hell glänzenden Stern der Bühnenkunst machen.“
Das Best-Of aus 15 Jahren: „Versunkene Sätze“. Da ihm Planen in die Zukunft nie besonders lag, blickt Stefan diesmal zurück und ein wenig zur Seite. Beliebte Geschichten treffen auf neue Anekdoten und Erklärungsversuche. Gedanklich und sprachlich bewegt er sich dabei knapp an der Wirklichkeit vorbei, manchmal so nah, dass man sie klarer sieht als im Theater der eigenen Welt. Der Spiegel, den er vorhält, ist diesmal ein beim Einparken abgebrochener Rückspiegel.
