Stefan Waghubinger ist Österreicher, lebt aber seit 32 Jahren in Deutschland. Deshalb betreibt er Österreichisches Jammern und Nörgeln mit Deutscher Gründlichkeit.
Geboren wurde er in Steyr in Oberösterreich, am ersten Oktober 1966 (an diesem Tag feiert er heute noch seinen Geburtstag). Weil Steyr nicht klein genug war, ist er in dem Dorf Leonstein im Steyrtal aufgewachsen. Seine Eltern hatten eine Betonwarenerzeugung, ein nicht nur sprichwörtlich hartes Brot, sie machten Ziegel aus Zement und später dann Insolvenz.
Erste Sprechrolle als Josef im Weihnachtsstück der Leonsteiner Grundschule. Weil er dabei dem hellen Stern in die falschen Richtung folgte und die Darstellerin der Maria ihn so stark am Mantel zog, dass er hinfiel, gab es die ersten Lacher und Szenenapplaus.
Nach den Mittagsglocken der Katholischen Pfarrkirche von Bad Ischl hörte er das erste Mal Helmut Qualtinger im Radio. Der Name der Sendung sowie Sender sind leider nicht mehr bekannt, aber das Radio stand in der Küche seiner Mutter oberhalb der Brotschublade und Stefan war von der Sendung begeistert.
Erster Auftritt als Kabarettist beim Katholischen Jugendball in Leonstein. Ein großer Erfolg. Gleich anschließend machte er eine kurze kabarettistische Pause von etwa 20 Jahren.
Als es noch mehr Gott gab als heute, fuhr er mit der Eisenbahn nach Deutschland um Theologie zu studieren. Er blieb in Deutschland.
Umzug nach Korntal bei Stuttgart. Irgendwo muss man ja gemeldet sein, um seine Steuererklärung abgeben zu können.
Seit diesem Jahr schreibt er Kinderbücher, Cartoons und selten Postkarten aus dem Urlaub.
Er wurde Theaterpädagoge, weil man auch mal was Ernsthaftes lernen muss.
Der zweite Versuch als Kabarettist mit seinem ersten Programm „Langsam werd ich ungemütlich“. Dabei tat er nur so, als wäre er früher gemütlich gewesen, dabei war er nur langsam. Zahlreiche Preise und über 1500 Auftritte in Deutschland, Österreich und der Schweiz waren die Folge.
„Langsam werd' ich ungemütlich“ erschien als Buch mit dem Untertitel „Philosophische Betrachtungen über den Unsinn des Lebens“, in dem er humoristisch die Hintergedanken seines Programms verrät.
Da er wegen der vielen Auftritte und seinem Hang zum Aufschieben nicht mehr in der Lage war, seine Steuererklärung pünktlich abzugeben, macht er diese bis 2017 mit seinem zweiten Programm „Außergewöhnliche Belastungen“ auf der Bühne.
„Jetzt hätten die guten Tage kommen können“. Mit seinem dritten Soloprogramm hat er es endlich ganz nach oben geschafft. Auf dem Dachboden seiner Eltern findet er den, der er mal war, den, der er mal werden wollte und den, der er ist. Es wird also eng zwischen zerbrechlichen Wünschen und zerbrochenen Blumentöpfen, zumal da noch die Führer der großen Weltreligionen und ein Eichhörnchen auftauchen.
Waghubinger rüttelt an Türen, begegnet Plüschelefanten und antiken Göttern, schießt auf Rasenroboter und ist endlich einmal ein Gewinner. Kein Wunder, spielt er doch gegen sich selbst Monopoly. „Ich sag's jetzt nur zu Ihnen“. Sein viertes Soloprogramm. Die „Kleine Zeitung“ aus Österreich meint: „Stefan Waghubinger besticht durch gezieltes Understatement und subtilen Wortwitz: Sarkasmus in die Vollen. Weltklasse“ und die Stuttgarter Zeitung schreibt: „Es ist ein großartiges Programm. Es wird Stefan Waghubinger zu einem besonderen hell glänzenden Stern der Bühnenkunst machen.“
Das Best-Of aus 15 Jahren: „Versunkene Sätze“. Wenn jemand in Gedanken, Worten und Werken so grandios und komisch scheitert wie Waghubinger, bleibt ihm nur, immer wieder aufzustehen, sich einen Ruck zu geben und sich auf den Barhocker zu setzen. Da ihm in die Zukunft zu planen nie richtig geglückt ist, schaut er diesmal zurück und ein wenig zur Seite. Die besten Geschichten, für die man diese Kunstfigur liebt, werden noch einmal erzählt und mit neuen Anekdoten und Erklärungsversuchungen zu einer Achterbahn der Gefühle verschraubt. Waghubinger denkt und redet dabei so knapp an der Wirklichkeit vorbei, dass man sie manchmal klarer zu sehen glaubt als im Theater der eigenen Welt. Der berühmte Spiegel, den er vorhält, ist diesmal ein beim Einparken abgebrochener Rückspiegel und wer will, kann darin sich selbst, die Welt, oder einfach wieder einen Waghubinger sehen. Philosophisches Granteln und liebevolle Gemeinheiten.
